Cover Nathalie Gleitman Happy Healthy Food

Buch-Tipp: Happy Healthy Food

Nathalie Gleitman hat nach einer diagnostizierten Intoleranz das Kochen neu für sich entdeckt. Statt auf den Genuss zu verzichten, hat sie zahlreiche eigene Rezepte kreiert, die ihr gut tun und dazu richtig lecker sind. Mit ihrem ersten Kochbuch teilt die Globetrotterin ihre Freude an ihren histamin-, laktose- und glutenfreien Gerichten. Wir haben Nathalie zu ihrem Kochbuch interviewt.

Für immer mehr Menschen sind Lebensmittelunverträglichkeiten ein Thema. Warum, glaubst du, betreffen Intoleranzen heute mehr Menschen als früher?

Ich denke, da spielen viele Faktoren eine Rolle. Unter anderem hat sich die Lebensmittelindustrie in den letzten Jahrzehnten wahnsinnig verändert. Früher war es eine Ausnahme, Fertigprodukte zu kaufen. Heute gibt es mehr Fertigprodukte als frische Zutaten auf dem Tisch. Die Zutatenlisten der Produkte sind plötzlich ewig lang geworden. Überall sind unzählige Zusatzstoffe drin, dazu Soja oder Zucker. Das macht nicht jeder Körper auf Dauer mit. Außerdem denke ich, dass wir heute achtsamer geworden sind. Vielleicht hatten die Menschen auch früher schon unerklärliche Ausschläge oder Magenprobleme – aber man hat die Verbindung von Essen und Körper weniger beachtet. Der wachsende Stress spielt natürlich auch eine sehr große Rolle.

SAFTIGE BLAUBEERRIEGEL
Lecker to go: Hausgemachte, saftige Blaubeerriegel.

Welche Faktoren können deiner Erfahrung nach eine Unverträglichkeit begünstigen?

Das ist nicht ganz so leicht zu beantworten, da jeder Körper ein komplexer Organismus ist und jeder Mensch unterschiedlich ist. Ich kann nur von mir selbst sprechen: In meinem Fall hat eine sehr einseitige Ernährung, unregelmäßiges Essen und Stress stark dazu beigetragen, dass ich Unverträglichkeiten bekommen habe.

Als du mit einer Histaminintoleranz vom Arzt nach Hause kamst, hast du dich nicht entmutigen lassen, sondern begonnen, für dich selbst zu kochen. Was hat dich motiviert?

Am ersten Tag konnte mich erst einmal nichts motivieren. Doch nach wenigen Tagen habe ich gemerkt, wie schnell es mir besser geht, wenn ich bestimmte Lebensmittel weglasse. Das war meine größte Motivation mit der Ernährungsumstellung weiter zu machen. Ich wusste, wenn ich nicht anfange, selbst zu kochen, werde ich bald wieder sehr einseitig essen. Deswegen habe ich begonnen, vieles auszuprobieren und neue Kreationen zu entwickeln, die schnell, einfach und noch dazu lecker sind! Mich einschränken zu lassen war für mich keine Option. Und die Rezepte sind so lecker geworden, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte, neue zu kreieren.

SAFTIGES SÜSSKARTOFFEL-KOKOS-BROT
Glutenfrei: Saftiges Süßkartoffel-Kokos-Brot.

Was empfiehlst du als ersten Schritt, wenn man den Verdacht hat, histaminintolerant zu sein oder Laktose oder Gluten nicht zu vertragen?

Ich würde empfehlen, einfach mal für eine Zeit auszuprobieren, sich laktosefrei, glutenfrei und histaminfrei zu ernähren. So kann man schnell und einfach selbst spüren, wie es einem damit geht. Man kann ja nur gewinnen, wenn es einem schlecht geht!

Was sind deine Tipps für Restaurantbesuche mit Intoleranzen?

Ich empfehle immer vorher im Internet in die Karte zu sehen, um sicher zu gehen, dass es etwas Passendes für dich gibt. Dann würde ich auch im Restaurant darum bitten, dass möglichst nur verträgliche Zutaten verwendet werden. Ich bestelle gerne gegrillten Fisch oder Huhn mit Kartoffeln oder Reis oder gegrilltes Gemüse. Wenn man nett mit den Kellern kommuniziert, werden fast immer auf Wunsch Änderungen vorgenommen.

Wie kocht man mit einer Unverträglichkeit für seine Gäste?

Ich koche nach meinen Rezepten und das Beste ist, dass keiner überhaupt merkt, dass bestimmte Lebensmittel einfach weggelassen wurden. Jeder geht happy und zufrieden wieder nach Hause :).

KOKOSPIZZA MIT BASILIKUM UND MOZZARELLA
Pizzaboden aus Leinsamen und Kokosmehl. Belegt mit Paprika-Soße, laktosefreiem Mozzarella und frischem Baslikum.

Warum ist selbst kochen für Menschen mit einer Unverträglichkeit (und überhaupt für alle) so gesund?

Letztendlich weißt du nur dann, was du deinem Körper zuführst, wenn du es selbst zubereitest. Niemand ist perfekt und man muss auch nicht überstreng sein. Aber ich empfehle, möglichst oft selber zu kochen. Sogar bei Produkten wie Müslis und Riegeln sind meist zahlreiche Zusätze drin. Dabei kann man sich aus natürlichen Zutaten ganz schnell selbst gemachte Leckereien zubereiten.

Wie kann ich Heißhunger auf Süßes auf gesunde Weise stillen?

Am besten mit natürlichen Zutaten statt mit Süßstoff oder raffinierten Zucker – das macht nur noch hungriger. Wenn ich Lust auf Süßes bekomme, mache ich mir am liebsten einen meiner Snacks wie selbstgemachte Kekse oder Muffins. Wenn ich nichts vorbereitet habe, hilft auch ein Löffel Erdmandelcreme oder schewefelfreie Medjool-Datteln – die sind schön groß und saftig, geben dir sofort Energie und stillen den Heißhunger.

Was ist dein persönliches Lieblingsrezept aus deinem Kochbuch?

Mhmm, das ist gar nicht so einfach. Aber die Blaubeer-Riegel und die Kokospizza mit Basilikum und Mozzarella sind auf jeden Fall ganz vorne dabei!

Vielen Dank, liebe Nathalie, für das Interview!

Mehr Inspiration von Nathalie Gleitman auf ihrem Blog nathaliescuisine.com und in ihrem Kochbuch:
Kochbuch Happy Healthy Food Cover

 

Happy Healthy Food
Hard Cover, 256 Seiten
Becker Joest Volk Verlag
Preis: 24,95 €

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