Kochbuch Die Küche der Achtsamkeit

Kochbuch-Tipp: Die Küche der Achtsamkeit

Bewusst wahrnehmen, was man isst und beim Essen ganz präsent sein. So kann man Achtsamkeit am Esstisch praktizieren. „Die Küche der Achtsamkeit“, die Künstlerin und Autorin Tainá Guedes in ihrem gleichnamigen Kochbuch vorstellt, geht noch darüber hinaus: Sie zelebriert schon beim Kochen eine achtsame Verbindung zu den Lebensmitteln und einen respektvollen Umgang mit der Natur.

Selbst wenn man alleine am Esstisch sitzt, ist es manchmal gar nicht so leicht, einfach nur zu essen. Sich nicht ablenken lassen von den Abendnachrichten, dem Smartphone oder der Tageszeitung. Die Ruhe aushalten, auch nach einem turbulenten Tag, nach dem einem der Kopf noch ordentlich flirrt. Dass wir uns hingezogen fühlen, das buddhistische Prinzip der Achtsamkeit in viele unserer Lebensbereiche zu integrieren, liegt an seiner positiven Wirkung. Entschleunigung, Fokussierung und bewusster Genuss sind nicht nur angenehm, sondern fördern auch die Bekömmlichkeit des Essens und (wie wir aus zahlreichen Studien inzwischen wissen) tun der Gesundheit gut.

Kochbuch Die Küche der Achtsamkeit
Für "Ochazuke mit Kombu-Dashi" wird übrig gebliebener Reis verwendet, wie wir im zugehörigen Rezept erfahren.

Achtsamkeit beim Kochen

Doch was passiert, wenn wir die Prinzipien der Achtsamkeit nicht nur beim Essen, sondern schon beim Kochen anwenden? Taniá Guedes, Brasilianerin mit japanischen Wurzeln, lebt inzwischen als Köchin, Künstlerin und Food-Aktivistin in Berlin und hat die kulturellen und spirituellen Einflüsse ihrer Familie in ein wunderschönes Kochbuch einfließen lassen. „Die Küche der Achtsamkeit“, erschienen im Antje Kunstmann Verlag, stellt anhand zahlreicher leckerer Rezepten die Idee von „mottainai“ vor. Der Begriff stammt aus dem japanischen Buddhismus und meint den Wunsch, respektvoll mit den Dingen umzugehen und nichts zu verschwenden.

Weniger wegwerfen: Aus Resten neue Gerichte kreieren

So kommen beim „Vatapá“, einem brasilianischen Eintopfgericht, neben Nüssen, Kräutern und Gemüse, fünf altbackene Brötchen zum Einsatz. Taniá Guedes kocht in ihren Rezepten mit „Misfits“, krumm geratenen Obst- und Gemüsesorten, die es im Verkauf in Supermärkten heutzutage so schwer haben. Und sie erklärt, wie man aus Schalen von Gurke, Rettich, Karotten und Zucchini einen leckeren Salat mit Zitronendressing zaubert. Dass in den Schalen viele gesunde Vitamine und Nährstoffe stecken wussten wir ja eigentlich schon vorher.

Kochbuch Die Küche der Achtsamkeit
Die Idee von "mottainai" stammt aus dem japanischen Buddhismus und lehrt einen wertschätzenden Umgang mit den Dingen.

Fazit:

„Die Küche der Achtsamkeit“ ist ein Kochbuch für Entschleuniger. Es lehrt uns im besten Sinne demütig mit den Lebensmitteln umzugehen, die uns zur Verfügung stehen. Die leckeren brasilianisch und japanisch inspirierten Rezepte zeigen, dass diese praktizierte Achtsamkeit beim Kochen nicht nur gesund, sondern auch wunderbar genussvoll sind.

Tainá Guedes ist ausgebildete Köchin und Foodaktivistin, Künstlerin und Autorin. Sie gründete und leitet die Entretempo Kitchen Gallery in Berlin.

Tainá Guedes: Die Küche der Achtsamkeit
mit Fotografien von Kathrin Koschitzki
Antje Kunstmann Verlag
208 Seiten, Hardcover

Preis: 28,- €