Wie erkenne ich einen vergleichsweise guten Wein im Supermarkt?

Wein-Experte Martin Kössler gibt Antwort in unserer Kolumne „What about: Wine?“ 

Die meisten Weine im Selbstbedienungsregal stammen nicht von Erzeugern, die auf dem Etikett mit dem Namen des Weingutes und der Adresse samt Postleitzahl ausgewiesen sein müssen. Es handelt sich vielmehr in aller Regel um anonyme Großabfüllungen, auf deren Etikett nur die Nummer des abfüllenden Betriebes zu sehen ist (z. B. F-68600), was die Nachverfolgung schwierig macht. Immerhin führt diese Unterscheidung zu einem Erkennungsmerkmal zuverlässiger Mindest-Qualität: Zur »Erzeugerabfüllung«.

Wenn auf dem Etikett der Winzer mit seinem Namen oder dem Namen seines Weingutes und einer Adresse samt Postleitzahl und Ort genannt ist, kann man davon ausgehen, dass dieser Mensch entsprechend geregelter Vorgaben für die Qualität in der Flasche bürgt, er ist als Erzeuger weinrechtlich für die Qualität verantwortlich. Das nennt man »Erzeugerabfüllung«. Sie steht für eine gewisse Mindestqualität.

Leider sind Erzeugerabfüllungen im Selbstbedienungsregal noch immer die Ausnahme. Achten Sie mal darauf, schauen Sie sich die Etiketten genau an, suchen Sie nach einer richtigen Adresse. Nur dann handelt es sich, am besten noch in Verbindung mit einer Qualitätsprüfungsnummer, um eine seriöse Erzeugerabfüllung. Der können Sie vertrauen, eine Garantie für geschmackliche Qualität ist auch sie freilich nicht.

Den im SB-Regal leider üblichen anonymen Europa- und Großabfüller-Füllungen kann man dagegen nur sehr eingeschränkt trauen. Je billiger sie werden, um so weniger würde ich auf den Inhalt wetten. Im Wein darf leider sehr vieles legal manipuliert werden, von der Farbe bis zum Geschmack (Eichenchips etc.), so dass Sie unter 4.- bis 5.- Euro pro Flasche davon ausgehen müssen, dass nicht alles echt im Sinne der Natur ist, was vor Ihnen im Glas steht. Schmecken, im Rahmen minimaler Ansprüche, kann es deshalb trotzdem.