Der Oggau Clan

Weine haben Persönlichkeit - das haben die Winzer von Gut Oggau wörtlich genommen und zu jedem ihrer Weine eine Person kreiert. Sie heißen Joschuari, Winifred, Bertholdi oder Theodora. Die passenden Konterfeis sind auf dem Etikett zu sehen. Gewöhnlichkeit liegt diesen Charakteren fern. Sie haben Ecken und Kanten und durchaus auch Geheimnisse. Die wundersamen Geschichten des ganzen Oggau Clans entdeckt man am schönsten an einem Weinabend mit Freunden. Unserer war fröhlich, erhellend und ein wahrer Genuss.

An diesem Abend bleibt die Küche kalt. Nur ein wenig Käse und Brot auf meinem alten Holztisch in der Küche. Drum herum drei Freunde und ich, dazu Joschuari, Winifred und Theodora, drei Weine von Gut Oggau, einem der außergewöhnlichsten Weingüter im österreichischen Burgenland.

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Eine Verbindung aus Tradition und Gegenwart

Als das Winzerpaar Stephanie und Eduard Tscheppe-Eselböck das Gut Oggau übernommen haben, wollten sie die traditionsreiche Geschichte des Weinguts mit der Gegenwart verbinden. Zusammen mit der Hamburger Agentur Jung von Matt haben sie zu ihren Weinen (allesamt biodynamisch angebaut und demeter zertifiziert) eine Oggau Großfamilie entworfen: Mechthild (weiss) und Bertholdi (rot) sind das Großeltern-Paar, gereifte Persönlichkeiten mit einem langen Leben. Die Eltern-Generation besteht aus zwei Paaren (Joschuari und Wiltrude, Timotheus und Josephine) und einem Junggesellen (Emmeram), dem Draufgänger in der Elterngeneration. Die Jugend sind die Geschwister Atanasius (rot) und Theodora (weiß) und die roséfarbene Schönheit Winifred. Die außergewöhnliche Konzeptidee wurde mit einem goldenen Löwen in Cannes ausgezeichnet.[/bs_col]
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Das Winzerpaar von Gut Oggau: Stephanie und Eduard Tscheppe-Eselböck
Das Winzerpaar von Gut Oggau: Stephanie und Eduard Tscheppe-Eselböck

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Weine und Menschen - mit der eigenen Geschichte verwoben

Die beiden Tscheppe-Eselböcks stammen selbst aus österreichischen Gastro-Winzer-Familien. Da liegt die Vermutung nahe, dass bei der Idee zu ihrem Wein-Konzept auch die eigene Biografie im Spiel war. Zumindest vielleicht die Erkenntnis, dass Weine und Menschen etwas gemeinsam haben: Ihr Wesen ist davon geprägt, wo sie herkommen, auf welchem Boden sie (auf)gewachsen sind und welche Witterungen und glückliche Bedingungen sie in ihrem Leben erlebt haben. Jeder ist ein Individuum und doch verwoben mit der eigenen Familiengeschichte.   Nun aber zurück zu unserem Weinabend. Die Spielregeln zum Kennenlernen der Weine sind so: Erst erkunden wir das Konterfei auf dem Etikett und diskutieren: Welche Persönlichkeit verbirgt sich wohl hinter diesem Gesicht? Anschließend öffnen wir die Flasche und entdecken die Aromen des Weins.

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[bs_col class="col-sm-6"]Wein Winifred Weingut Oggau[/bs_col]
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Winifred (rosé)

Wir starten mit Winifred (rosé). Sie trägt brünettes Haar zu leicht abstehenden Ohren. „Eine morbide Seele“, heißt es gleich am Küchentisch. Warum? „Aus ihrem Blick spricht Weltschmerz. Hat sie etwas Trauriges erlebt?“ (Der Begleittext des Weinguts verrät uns später, dass Winifreds Mutter auf mysteriöse Weise über Nacht verschwand.) „Sie scheint introvertiert zu sein - vielleicht braucht sie Zeit, um Vertrauen zu fassen?“ „Aber sie ist auch klug! Gespräche mit ihr sind sicher niemals oberflächlich.“
Der erste Schluck verrät: Winifred ist kein leichter Sommer-auf-dem-Balkon-Rosé. Wir schmecken Johannisbeere mit einer feinen Holznote und ein Aroma, das nicht gleich alles auf einmal verrät. Der Wein schmeckt jung, aber trotzdem erfahren, nach einem ereignisreichen Sommer, der noch lange nachwirkt.[/bs_col]
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Theodora (weiss)

Zeit für Flasche Nummer zwei. Theodora (weiss) ist Winifreds Cousine. Vom ersten Eindruck auf dem Etikett könnten die beiden verschiedener kaum sein. Theodora blickt uns von oben herab an. „Der Blick sagt, du hast keine Ahnung von Wein!“, sagt einer am Tisch und alle müssen lachen. „Nein, das ist ein lasziver Blick. Eine, die weiß, was sie will.“
Im Glas duftet Theodora nach einem Hauch Pfirsich. Der Wein schmeckt freudig und gerade heraus, aber doch ungewöhnlich, ein wenig widerspenstig und zugleich elegant. Das Weingut beschreibt im Begleittext eine enge Verbindung zur Großmutter Mechthild, dem Familienoberhaupt und Stammmutter von Gut Oggau.[/bs_col]
[bs_col class="col-sm-6"]Wein Theodora Gut Oggau[/bs_col]
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[bs_col class="col-sm-6"]Wein Joschuari Weingut Oggau[/bs_col]
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Joschuari (rot)

Zuletzt kommt Joschuari, der klangvolle Rote, auf den Tisch. Vom Etikett aus blicken uns durchlebte Augen an. „Joschuari ist ein kerniger Typ, ein Naturbursche, einer, den man nicht bändigen kann.“ - „Und doch ein Feingeist!“, lesen wir aus seinem Konterfei.
Im Glas überrascht Joschuari zuerst die Nase mit seinem komplexen Charakter. Der erste Schluck verrät Waldbeeren, eine männlich-rauchige Würze, dazu ein zarter Hauch Zitrusfrische. Von den Winzern wird er als „Haupterbe von Gut Oggau“ bezeichnet. Was wieder Lust macht, seinen Vater, Bertholdi, zu probieren. An einem nächsten Abend, beschließen wir.[/bs_col]
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Das Oggausche Weinfamilien-Konzept ist einzigartig. Eines, bei dem Mensch und Wein ganz nah zusammenrücken und das auch von den Verwobenheiten der Oggau-Weine untereinander erzählt. Die Flaschen bleiben sicher noch einen Weile in meiner Küche stehen. Zu schön zum Wegwerfen und zur Erinnerung an einen wundervollen Weinabend.

www.gutoggau.com

Idyllisch: Im Heurigen von Gut Oggau auf der nächsten Reise durchs Burgenland einkehren.
Idyllisch: Im Heurigen von Gut Oggau auf der nächsten Reise durchs Burgenland einkehren.