Feine vegane Küche im Kopps

Toller Geschmack auch ohne tierische Produkte? Vegane Küche ist hip und kann so lecker schmecken. Berlin ist wie immer Vorreiter und bietet einige Highlights in der veganen Restaurantszene. Karin Wittenstein hat das Restaurant Kopps in Berlin Mitte getestet.

Die Speisekarte liest sich fein, ich möchte möglichst alles probieren und entscheide mich deshalb für drei kleine Gänge. Bevor diese serviert werden, kommt als amuse bouche eine Gazpacho mit ganz zarter Chilinote und fruchtigem Tomaten-Paprikageschmack. Als Vorspeise wähle ich den Tomaten-Brot-Salat mit Rucola, Tempeh und verschiedenen gerösteten Brotsorten: Olivenbrot, Ciabatta und Vollkornbrot. Das Gericht kommt italienisch daher und erinnert mich an meinen ersten Brotsalat, den ich vor vielen Jahren in der Toskana gegessen habe.   Mein nächster Gang schmeckt nach Meer: Salat von Algen mit Sesam, Rauchmandeln und feinem Zitrusduft. Man kann kaum glauben, dass sich im Algensalat kein Fisch verbirgt. Der Geschmack nach salzigem Meerwasser passt hervorragend zu den knackigen kandierten Orangenstückchen und den saftigen Orangen- und Zitronenfilets. Das rauchige Aroma der Mandeln geben dem Gericht den kulinarischen Kick.

Restaurant Kopps Teller

Der Hauptgang: Das „klassische Tatar“. Was verbirgt sich wohl hinter diesem Gericht, das sich seltsam liest in einem veganen Restaurant? Optisch unterscheidet sich das vegane Tatar nicht von der Variante mit Fleisch. Ich frage den Kopps Geschäftsführer Ilhami Terzi, was die Kreation ausmacht. „Kichererbsenpüree mit zermahlenen Reiswaffeln, Senf und Kapern garniert mit Kapernäpfen und Senfmayonnaise“, verrät er mir. Dazu kommt ein kleiner Salat und Tomatencrostini. Unglaublich gut!

Seit einiger Zeit steht Boris Karbowski in der Kopps-Küche. Vegan-Pionier Björn Moschinski, der das Restaurant bekannt gemacht hat, kocht nicht mehr im Kopps. Doch der Wechsel am Kochtopf hat dem Restaurant keineswegs geschadet. Karbowskis Küche hat Potential und kann sich zu einem Hotspot der veganen Fine-Dining-Küche entwickeln.

Restaurant Kopps

Zum Essen trinke ich einen Riesling vom roten Schiefer, 2011 von meinem Lieblingswinzer Clemens Busch aus Pünderich an der Mosel (Wein aus Trauben aus ökologischem Anbau). Ein Dessert schaffe ich nicht mehr. Dennoch bekomme ich mit der Rechnung ein kleines Glas Zitronenbiskuit mit Beeren und Sojasahne. Wirklich köstlich! Die Portionen sind reichlich bemessen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist hervorragend. Mein Fazit: Die Gourmetküche kommt auch ohne Fleisch hervorragend aus. Ich komme ganz sicher wieder, wenn ich das nächste Mal in Berlin bin.

KOPPS Bar & Restaurant
Linienstraße 94

10115 Berlin
www.kopps-berlin.de

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